Nachruf Friedrich Körner (13.12.1931 - 06.08.2021)

Das Institut für Jazzforschung trauert um O.HProf. Hofrat Dr. Friedrich Körner, der am 6. August 2021 im 90. Lebensjahr gestorben ist.

Man muss es klar sagen: Ohne Friedrich Körners Wirken gäbe es keine Grazer Jazzforschung. Er war treibende Kraft und Vorstand des 1965 gegründeten Instituts für Jazz, aus dem heraus er 1971 das Institut für Jazzforschung gründete. Unser Institut leitete er 21 Jahre, in denen er es mit seinen Mitarbeiter*innen als eine weltweit anerkannte Forschungsstätte des Jazz positionierte und zugleich die Jazzforschung als ein Aufgabengebiet der Musikwissenschaft etablierte. Dazu trugen die von ihm von 1969 bis 1975 mit Dieter Glawischnig herausgegebenen Publikationsreihen Jazzforschung / Jazz Research und Beiträge zur Jazzforschung / Studies in Jazz Research ebenso bei wie die jazzwissenschaftlichen Kongresse, die ebenfalls seit 1969 gemeinsam mit der von ihm initiierten Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung durchgeführt werden. Dass wir vom 18.–21. November 2021 mit der 13. Jazz Research Conference das 50. Institutsjubiläum begehen und gerade an der Publikation des Jahrgangs 50/51 der Jazzforschung / Jazz Research arbeiten, ist Nachweis von Körners wichtiger Arbeit zum richtigen Zeitpunkt und seines nachhaltigen Engagements.

Engagiert war er zeit seines Lebens, in den 1950er Jahren bspw. als Gründer und Leiter von Bands wie den Serenaders oder der New Austrian Big Band, in den 1960ern als Musikreferent im Forum Stadtpark, als langjähriger steirischer Landesmusikdirektor und natürlich als Hochschullehrer, der bis zuletzt den Kontakt zu ‚seinem‘ Institut hielt. Seine Netzwerkaktivitäten, wie sie im Neudeutsch heutigen Hochschulwirkens als Grundvoraussetzung gelten, waren von Anbeginn auch international ausgerichtet, etwa in seiner leitenden Funktion in der European Jazz Federation (später International Jazz Federation) oder als zuständiger Jazzreferent in der RILM.

Friedrich Körner hat mit seinen Aktivitäten im (er war klassisch ausgebildeter Jazztrompeter) und für den Jazz, dieser für ihn so bedeutsamen Musik, das Grazer und österreichische Jazzleben nachhaltig verändert bzw. in der heutigen Form mit ermöglicht. Er hat eine international ausgerichtete Ausbildung und Forschung hervorgebracht, die beide zur Legitimierung des Jazz einen großen Beitrag leisteten und leisten. Alle Musiker*innen, Fans oder Sympathisant*innen des Jazz, allemal aber unser Institut und all seine Mitarbeiter*innen sind ihm zu großem Dank verpflichtet.

André Doehring, Institutsvorstand