Rhythm Changes

Rhythm Changes: Jazz Cultures and European Identities

 

 


Jazz needs academia and more projects like Rhythm Changes
to help make sense of the picture, to provide greater understanding, and no doubt, too, greater appreciation of jazz music, wherever it is played and listened to.

Ian Patterson (AllAboutJazz.com, April 2013)

 

Das Projekt mit dem Titel Rhythm Changes: Jazz Cultures and European Identities war das erste transnationale und außerdem das europaweit mit der höchsten Fördersumme ausgestattete Projekt im Bereich der Jazzforschung. Gefördert von der Initiative „Humanities in the European Research Area“, kurz HERA, umfasste das über die Zeitspanne von dreieinhalb Jahren laufende Projekt eine Gesamtfördersumme von fast 1 Million Euro. Generelles Ziel von HERA ist, die Geisteswissenschaften klar und deutlich in der Europäischen Forschungslandschaft zu etablieren und zu positionieren sowie internationale Verbindungen und die Vernetzung zwischen verschiedenen Disziplinen und Forschungsansätzen zu verstärken. Für die beiden Ausschreibungsthemen „Cultural Dynamics“ und „Creativity and Innovation“ wurden insgesamt 235 Projektentwürfe eingereicht, von denen nach dem zweistufigen Begutachtungsverfahren schlussendlich 19 Projekte eine Förderungszusage bekamen.

Das Projektteam umfasste 13 Forscher und Forscherinnen aus fünf europäischen Ländern, wobei Dr. Tony Whyton von der University of Salford (UK) für die Projektleitung zuständig war. Als interdisziplinäres Forschungsprojekt untersuchte Rhythm Changes Traditionen und Praktiken von europäischen Jazzkulturen, um dadurch neue Einblicke in interkulturellen Austausch, Dynamik und Veränderungen von Jazzkulturen in den Partnerländern zu gewinnen:

Seit den Anfängen von Jazz in Europa steht diese Kulturform im Zentrum des Diskurses über europäische Identität, Politik und kulturellen Wert. Bezug nehmend auf das Thema der Ausschreibung „Cultural Practices between ‚high’ and ‚low’, local and global, performance and ownership“, wurden im Projekt Rhythm Changes verschiedene Kernfragen aus den folgenden Bereichen untersucht:

1. Kanon, Geschichte und Ideologie: die Entwicklung der kulturellen Kanonizität von Jazz im Laufe der Zeit, Jazz zwischen „Hochkultur“ und „Populärkultur“ innerhalb nationaler und transnationaler Kontexte sowie ideologische Bewertungen von verschiedenen Jazzgeschichten.

2. Identität, Hybridisierung und Gesellschaften im Wandel: die Funktionen von Identitätsbestätigung innerhalb transnationaler Kontexte, die Adoption von Jazz in die „Hochkultur“ und die Art und Weise der Betrachtung und Auswirkungen, Hybridformen im Jazz sowie moderne Technologien und Verbreitungsmöglichkeiten neuer Medien.

 

3. Nation, Identifikation und Erbgut: die Rolle der Auffassungen von Nationalidentität in der Konzeptualisierung und internationale Ausbreitung von Jazzkultur sowie die Wechselbeziehungen zu anderen Formen von kultureller Identifizierung.

4. Kulturelle Dynamik und soziale Umsetzungen: der Einfluss von Jazzkulturen auf die soziale Umgebung.

 

Weitere Informationen unter: www.rhythmchanges.net