Popular Music as a Medium for the Mainstreaming of Populist Ideologies in Europe

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt Popular Music as a Medium for the Mainstreaming of Populist Ideologies in Europe (2019-2022, Fördersumme €971.000, Förderkennzeichen 94 754) wird von der Volkswagen-Stiftung (Topf: Challenges for Europe) gefördert. In diesem Projekt widmet sich ein internationales ForscherInnenteam dem Gebrauch, der Rolle und der Struktur von populären Musiken in populistischen Strömungen in fünf europäischen Ländern.

 

Jenseits extremistischer Kontexte findet in den letzten Jahren eine Politisierung von Musik statt, die in dieser Form neuartig ist. Populistische Botschaften und bis dato randständige Ideen werden hier durch die Auswahl, Produktion, Aufführung und Rezeption von Mainstream-Musik in die Mitte der Gesellschaft getragen. Dem Zuspruch populistischer Strömungen in Europa ist diese Verwendung kommerziell erfolgreicher Musik förderlich.

In der Erforschung populistischer Phänomene wurde die Auseinandersetzung mit populärer Musik jedoch bislang vernachlässigt. Das Projekt nimmt sich dieser Forschungslücke an und thematisiert Musik als Mittel des Mainstreaming populistischer Ideologie(n) auf Basis eines komparativen Ansatzes, der Daten aus Italien, Ungarn, Österreich, Deutschland und Schweden zusammenführt. Jene Länder zeigen 1) allesamt einen Zuwachs an populistischen Parteien und Bewegungen in den vergangenen Jahren; spielten 2) im Zuge der so genannten Flüchtlingskrise eine tragende Rolle in der Gestaltung der EU-Flüchtlingspolitik, die durch ein Erstarken populistischer Diskurse geprägt war; und zeigten 3) ein ausgeprägtes Zusammenspiel von Populismus und populärer Musik.

Das Projekt zeichnet sich zum einen durch seine interdisziplinäre Zusammensetzung von Forschenden aus Musikwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Musikpädagogik und Politikwissenschaft aus. Dies führt zum anderen zu einem breiten Methodenspektrum, darunter die vom Grazer Institut für Jazzforschung mitentwickelte musikwissenschaftliche Gruppenanalyse, teilnehmende Beobachtungen und Fokusinterviews. Diese einzigartige Projektanlage wird in fünf europäischen Ländern zu spezifischen Resultaten führen. Die Daten der einzelnen nationalen ForscherInnenteams werden zudem im Verlauf des Projekts einer transnationalen Kontextualisierung unterzogen.

 

Neben dem Institut für Jazzforschung der Kunstuniversität Graz sind ForscherInnen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Deutschland), der Scuola Normale Superiore Florenz (Italien), der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest (Ungarn) sowie der Reichsuniversität Groningen beteiligt. Zuständig für die Projektleitung ist Prof. Dr. Mario Dunkel von der Universität Oldenburg, das österreichische Teilprojekt wird von Univ.Prof. Dr. André Doehring geleitet.