Jazz Re:Search in 21st-Century Academia and Beyond
13th International Jazz Research Conference anlässlich 50+1 Jahre Jazzforschung in Graz, 9.–11. Juni 2022

Im Mittelpunkt der Konferenz, zu der viele Wissenschaftler*innen aus Europa, Australien und den USA angereist sind, stand eine kritische Auseinandersetzung mit der Disziplin der Jazzforschung bzw. den (New) Jazz Studies selbst, welche vom Grazer Institut für Jazzforschung stark geprägt wurde.

Ausgehend von diesem selbstreflexiven Standpunkt, beschäftigten sich die Panels und Sessions zum Teil mit historischen, aber primär mit aktuellen Strömungen und Phänomenen, die sich in und durch Jazz treffen: musikalische Kommunikation auf individueller bzw. Gruppenebene, Institutionalisierung der Musik an Hochschulen, globale Verflechtungen in der Entstehung unterschiedlicher Formen von Jazz. Dabei erhielt das Thema Gender und Diversität, dem explizit vier Sessions gewidmet waren, seiner gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend ausgedehnten Raum.

Die Keynote-Sprecher*innen Walter van de Leur (Amsterdam) und Nicole Rustin (Boston) eröffneten jeweils die Konferenztage mit grundlegender Auseinandersetzung einerseits mit der Geschichte des Grazer Jazzinstituts (van de Leur) sowie mit den Potentialen, die Frauen im Jazz wahrnehmen können (Rustin): "If jazz is my music, what is the feminist practice that arises out of it?", fragte Rustin die Teilnehmenden in ihrem Vortrag.

Parallel und zusammenhängend mit der Jazz Re:Search Konferenz fand die 42. Radio Jazz Research Tagung statt, die dem Musikwissenschaftler Ekkehard Jost gewidmet war. Jost hat dem Institut 16 sein Privatarchiv vermacht, das während der Konferenz gebührend eröffnet wurde.

Insgesamt erfreute sich die Tagung großen Zuspruchs von Seiten der internationalen wissenschaftlichen Community, jazzinteressierten Gästen sowie Studierenden der KUG, die teils als Teilnehmer*innen und teils als Mitarbeiter*innen präsent waren.